Das intelligente Messsystem (iMSys) besteht aus einer modernen Messeinrichtung und einem Smart Meter Gateway (Kommunikationseinheit) zur sicheren Einbindung in ein Kommunikationsnetz. So können wichtige Netz- und Verbrauchswerte an berechtigte Marktteilnehmer (zum Beispiel: Stromlieferanten) übermittelt werden. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt über eine gesicherte Datenverbindung.

Die wichtigsten Fragen

1. Warum wird bei mir ein intelligentes Messsystem eingebaut?

Grundlage für die Einführung intelligenter Messsysteme ist das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende mit seinem Kernstück, dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Das Gesetz ist im September 2016 in Kraft getreten. Der Gesetzgeber will mit der Einführung die Ziele der Energiewende erreichen, mit dem Fokus einer Erhöhung der Energieeffizienz.

Intelligente Messsysteme werden bei allen Stromkunden mit einem Stromverbrauch über 6.000 kWh pro Jahr und Erzeugern mit einer installierten Leistung zwischen 7 und 100 kW eingebaut.

Ebenso erfolgt der Einbau bei Verbrauchern, die ein verringertes Netzentgelt für eine steuerbare Verbrauchseinrichtung gemäß § 14a EnWG (z.B. Wärmepumpe) vereinbart haben.

2. Welchen Vorteil bringen intelligente Messsysteme?

Wie bisher zeigen sie den Stromverbrauch direkt am Zähler an. Der Unterschied: Mit intelligenten Messsystemen können Sie Ihren Stromverbrauch tages-, wochen-, monats- und jahresbezogen für die letzten 24 Monate abrufen. Außerdem werden die Messwerte an den Messstellenbetreiber übermittelt.

Sie können dank intelligenter Messsysteme Ihren Energieverbrauch auf geeigneten Plattformen (Portale etc.) einsehen, kontrollieren, und danach Ihren Umgang mit Energie effizienter gestalten.

Stromlieferanten können dank intelligenter Messsysteme neue Produkte und Dienstleistungen wie zeit-und lastvariable Tarife, Apps zum Stromsparen und intelligente Haussteuerung anbieten, die Ihnen als Kunde zu Gute kommen. Netzbetreiber können dank intelligenter Messsysteme Ihr Stromnetz sicherer und effizienter betreiben.

 

 

3. Sind meine Daten sicher und wer hat Zugriff auf die Daten?

Aufgrund der Einbindung in eine Kommunikationsinfrastruktur sieht der Gesetzgeber für intelligente Messsysteme höchste Sicherheitsmaßnahmen vor, um die sensiblen Daten zu schützen. Dazu gehört z.B., dass die Smart Meter Gateways nur von einem zertifizierten Administrator parametriert werden dürfen.

Die vom Smart Meter Gateway übermittelten Daten werden nur berechtigten Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt. Bspw. wird Ihr Zählerstand an Ihren Stromlieferanten für die Erstellung der Stromabrechnung übermittelt. Die Übertragung erfolgt verschlüsselt über eine gesicherte Datenverbindung.

4. Sind intelligente Messsysteme geeicht?

Intelligente Messsysteme sind geeicht. Die Eichgültigkeit beträgt acht Jahre.

5.Was kostet mich der Umbau?

Der einmalige Umbau kostet Sie nichts. Das jährliche Entgelt für den Betrieb intelligenter Messsysteme ist gesetzlich nach dem Messstellenbetriebsgesetz geregelt. Der Gesetzgeber hat hierfür Preisobergrenzen festgelegt. Diese gesetzliche Preisobergrenze ist gestaffelt und abhängig vom Jahresverbrauch bzw. der installierten Leistung der Erzeugungsanlage.

In welchem Umfang die Kosten an Sie weitergegeben werden, hängt von Ihrem Lieferanten ab. Bei Fragen zur Abrechnung wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Lieferanten.

Infos über Entgelte für Standardleistungen finden Sie auf dieser Seite unter "Download".

6. Wo werden intelligente Messsysteme eingebaut?

Sie werden anstelle des bisher installierten Zählers eingebaut. Die intelligenten Messsysteme sind in der Regel so ausgelegt, dass diese in vorhandene Zählerschränke beziehungsweise Zählerplätze passen.

7. Wie werden die Zählerstände bei einem intelligenten Messsystem übermittelt?

Bei den intelligenten Messsystemen müssen keine Zählerstände mehr abgelesen werden, da diese durch das Smart Meter Gateway direkt an den Messstellenbetreiber übermittelt werden.

8. Wer ist für den Einbau zuständig?

Für den Einbau ist der grundzuständige Messstellenbetreiber zuständig, soweit kein Dritter den Messstellenbetrieb durchführt. Grundzuständiger Messstellenbetreiber im Netz der Netze Mittelbaden GmbH & Co. KG ist die Netze Mittelbaden GmbH & Co. KG.

9. Was ist ein Messstellenbetreiber?

Der Messstellenbetreiber ist neben dem Stromlieferant und dem Netzbetreiber ein weiterer Akteur auf dem deutschen Energiemarkt. Er ist ausschließlich für den Betrieb von Messstellen (Zählern) verantwortlich.

Sie haben die Möglichkeit, den Messstellenbetreiber frei zu wählen, wenn durch diesen ein einwandfreier Messstellenbetrieb gemäß des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) gewährleistet wird.

10. Kann ich den Einbau verweigern?

Nein, der Einbau ist nach dem Messstellenbetriebgesetz (MsbG) gesetzlich vorgeschrieben.